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Bericht von Lisa Schied vom 21.03.2014

Seit 6 Monaten bin ich jetzt schon in Tomball, Amerika. Ich hatte Hochs und Tiefs, aber meine Gastfamilie stand immer hinter mir und hat niemals den Glauben in mich verloren.
Heimweh hat in den ersten Monaten eine große Rolle für mich gespielt, da ich meine Mutter und meine Vater sehr vermisse. Aber zum Glück hatte ich meine Gastschwester, die wie eine richtige Schwester für mich ist und die mich immer versucht hat aufzumuntern. Sie ist mit mir shoppen gegangen, wir haben uns mit Freunden getroffen, oder ihre Brüder im Kino besucht. Wenn wir Glück hatten, konnten wir dadurch ohne zu bezahlen in einen Film rein gekommen. Oder wir sind einfach nur mit dem Auto durch Tomball gefahren, haben Essen geholt und  einfach nur geredet. Sie musste mich aber nicht allzu oft ablenken, da ich durch die Schule so abgelenkt war, dass ich gar keine Zeit hatte an Heimweh zu denken.

Ich habe von 7:20 bis 14:30 Schule und danach verbringe ich meine Zeit hauptsächlich mit dem Athletic Training Program der Schule. Durch diese Beschäftigung habe ich eine Menge neuer Leute kennen gelernt, nicht nur die, die mit mir in diesem Programm sind, auch die Spieler der jeweiligen Sportarten, für die wir arbeiten. Am Anfang des Jahres haben wir beim Football gearbeitet, da die Saison gerade im Gange war und jetzt, da die Football Saison vorbei ist, mussten wir einen weiteren Sport wählen, für den wir danach arbeiten wollten und ich habe Baseball gewählt. Dadurch habe ich wieder eine ganz neue Gruppe von Menschen kennengelernt. Unsere Aufgabe als „trainers“ ist es, darauf zu achten, dass die Spieler genug Wasser bekommen und wenn sich ein Spieler verletzt, leisten wir Erste Hilfe und bringen ihn wieder auf die Beine. Es ist eine tolle Gelegenheit andere Menschen kennen zu lernen, Spaß zu haben und nebenbei auch noch etwas über Medizin zu lernen.

Durch die Zeit, die ich hier verbracht habe, habe ich eine Menge gelernt. Zum Beispiel wie ich mit verschieden Persönlichkeiten umzugeben habe und wie ich immer nett und höflich bleibe, auch wenn ich im Inneren vor Wut koche, aber das nicht zeigen kann, da ich nicht in der Position bin. Das kann mir in der Zukunft noch nützlich sein. Ich habe außerdem mein Englisch sehr verbessert und es wird immer schwerer in Deutsch zu sprechen, da ich alles in Englisch mache, Sprechen, Denken und Träumen.  Es ist faszinierend, wie leicht du deine Muttersprache in den Hintergrund rutscht, wenn du keinen hast, mit dem du in dieser Sprache sprechen kannst. Ich versuche immer wieder deutsch mit den anderen Austauschschülern zu sprechen, aber es ist anstrengend und ich mach eine ganze Menge Fehler mit der Grammatik.

Ich hab noch 4 Monate in Amerika und ich versuche jeden einzigen Moment davon zu genießen, da es das aufregendste und schönste Jahr meines Lebens ist und ich wahrscheinlich nicht noch einmal die Gelegenheit zu so etwas großem und schönem habe. Ich hab viele neue Freunde gewonnen, eine zweite Heimat mit einer zweiten Familie. Ich habe Menschen kennen gelernt, die versucht haben mich zu verletzen und Menschen, die nur das Beste für mich wollen und alles unternehmen würden, um mich glücklich zu machen. Ich bin so dankbar für dieses Jahr und freue mich jetzt schon darauf alle nächstes Jahr immer Sommer wieder zu sehen. Natürlich freue ich mich auch jetzt schon auf den Moment, wenn ich meine Mutter, meinen Vater und den Rest meiner Familie wieder sehen kann! Zum Glück kommen beide mich besuchen und verbringen je 2 Wochen mit mir, hier in Amerika.

Auf einen wunderschönen Rest des Austauschjahres und noch viele nette Leute, die ich kennen lernen darf. Auf Wiedersehn und liebe Grüße,
Lisa.